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KI Insider · Newsletter-Archiv

Ein KI-Chef namens Luna hat einen Menschen gefeuert

Ausgabe vom 23.08.2026 · von Alex Khan und Team

Hallo und willkommen zurück! Diese Woche habe ich zwei KI-Workshops gehalten, und beide Male kam dieselbe Frage aus dem Publikum: "Warum findet ChatGPT eigentlich meine Website nicht?" Gute Frage. Ich habe diese Woche endlich eine saubere Antwort darauf gefunden, und die bekommst du gleich.

Dazu ein Tool, das aus deinem Text in Sekunden fertige Grafiken macht, und die Geschichte einer KI, die zum ersten Mal einen Menschen gefeuert hat.

  • Das Tool, das deine Textwüste in Grafiken verwandelt (kostenlos)
  • Warum ChatGPT deine Inhalte übergeht, obwohl sie bei Google auf Seite eins stehen
  • Ein KI-Chef hat einen echten Mitarbeiter entlassen. Nach 17 Verspätungen.
  • Seit Februar verbrauchen KI-Agenten mehr Tokens als alle Menschen zusammen

🔧 Mein KI-Tool der Woche: Napkin AI

Ich habe für die Workshop-Folien diese Woche keine einzige Grafik selbst gebaut. Alles kam aus Napkin AI.

Du fügst deinen Text ein, klickst, und Napkin schlägt dir Diagramme dazu vor. Prozessablauf, Vergleichstabelle, Zeitstrahl, Pyramide. Du wählst eine Variante, änderst Farben und Beschriftungen und ziehst sie als PNG oder SVG raus. Kein Canva-Gefummel, kein PowerPoint-SmartArt aus 2009.

Der Anwendungsfall, für den ich es am meisten nutze: Angebote und Konzepte. Nimm den Absatz aus deinem Angebot, in dem du deinen Ablauf erklärst ("Erstgespräch, Analyse, Umsetzung, Reporting"), wirf ihn in Napkin und du hast in zwei Minuten eine Prozessgrafik, die dein Angebot teurer aussehen lässt, als es ist. Funktioniert genauso für LinkedIn-Posts, Schulungsunterlagen und Pitchdecks.

👉 Napkin AI hier kostenlos testen

Warum ChatGPT deine Inhalte ignoriert, obwohl sie gut sind

Jetzt zur Frage aus dem Workshop. Olaf Kopp hat bei t3n aufgeschrieben, was da wirklich passiert, und es hat bei mir Klick gemacht.

KI-Systeme lesen deine Seite nicht als Seite. Sie zerlegen sie in einzelne Absätze, sogenannte Chunks, und ziehen sich für ihre Antwort genau einen davon raus. Das Modell sieht deinen Artikel also nie komplett, sondern nur einen Schnipsel ohne Zusammenhang.

Das heißt: Die Einheit, für die du schreibst, ist nicht mehr die Seite. Es ist der Absatz.

Ein Absatz, der seinen Sinn erst aus dem vorherigen bezieht, ist für ein Sprachmodell wertlos. Egal wie gut dein Gesamttext ist.

Die Regeln aus dem Artikel, die du heute noch umsetzen kannst: Zwischenüberschriften als echte W-Frage formulieren, so wie Menschen sie eingeben. Die Antwort in den ersten Satz, Begründung danach. Ein Gedanke pro Absatz, unter 250 Wörter. Belege direkt am Satz verlinken statt gesammelt unten. Und für ein Konzept immer denselben Begriff nutzen, keine hübsche Synonym-Variation.

Mein Tipp: Nimm dir eine einzige Seite vor, deine meistbesuchte Leistungsseite, und bau nur die Zwischenüberschriften in echte Fragen um. Das dauert 20 Minuten.

Den kompletten Artikel mit Vorher-Nachher-Beispiel gibt es hier

Genau diese Sachen gehe ich in meiner KI Masterclass Schritt für Schritt mit dir durch, inklusive der Prompts, mit denen ich bestehende Texte umbaue, statt sie neu zu schreiben. Wenn du das Thema strukturiert angehen willst, statt dich durch YouTube zu klicken, ist das dein Startpunkt.

Ein KI-Chef hat zum ersten Mal einen Menschen entlassen

Das ist die Geschichte der Woche, und sie ist skurriler, als die Überschrift vermuten lässt.

Seit April betreibt ein KI-Agent namens Luna einen echten Laden in San Francisco, den Andon Market. Luna stellt ein, macht Schichtpläne, verhandelt Gehälter. Jetzt hat sie zum ersten Mal einen Mitarbeiter gekündigt.

Der Mitarbeiter kam bei 17 von 23 Schichten zu spät. Einmal öffnete er den Laden 68 Minuten verspätet. Luna hatte sechs Tage vor seiner Einstellung selbst ein Mitarbeiterhandbuch geschrieben, mit klarer Regel: drei unentschuldigte Verspätungen, formelle Verwarnung.

Und dann? Hat Luna ihr eigenes Handbuch vergessen. Es verschwand aus ihrem Gedächtnis. Sie hat elf Verspätungen stillschweigend durchgehen lassen und erst gehandelt, als die Forscher sie aufforderten, ihre Erinnerungen zu durchsuchen.

Genau das ist die Lektion für dich, nicht das Kündigungsdrama. KI-Agenten reagieren gut auf direkte Anweisungen, aber sie handeln kaum von sich aus und behalten Wissen über längere Zeiträume schlecht. Wenn du also einen Custom GPT oder Agenten für dein Business gebaut hast: Verlass dich nicht darauf, dass er sich an deine Regeln von letzter Woche erinnert. Pack die wichtigsten Regeln in jeden Prompt, oder verlinke sie als Datei, die er bei jeder Aufgabe neu liest.

Die ganze Geschichte inklusive der Modellvergleiche bei The Decoder

KI ist jetzt der größte Kunde von KI

Eine Zahl, die ich diese Woche dreimal weitererzählt habe: Laut einer Auswertung von OpenRouter war der 6. Februar 2026 vermutlich der letzte Tag, an dem Menschen mehr Tokens verbraucht haben als KI-Agenten.

Seitdem ist der Verbrauch durch Agenten um das 14-Fache gestiegen. Der menschliche nur um das 2,8-Fache. Der Grund ist simpel: Agenten arbeiten länger selbstständig und stoßen dabei weitere KI-Prozesse an.

Ehrlich? Das klingt erstmal nach einer Statistik für Tech-Nerds. Ist es aber nicht. Es ist die Vorschau auf deine nächste Abo-Rechnung. Fast 70 Prozent des Agenten-Verbrauchs kommt zwar aus gecachten Prompts, die günstiger abgerechnet werden, aber der Trend zeigt in eine Richtung: Wer Agenten dauerhaft laufen lässt, zahlt nicht mehr pro Nachricht, sondern pro Arbeitszeit der Maschine.

Was du jetzt tun kannst: Schau einmal nach, wofür du in deinen KI-Tools tatsächlich zahlst und ob dein Verbrauch nutzungsabhängig ist. Wenn du anfängst, mit Agenten zu arbeiten, setz dir ein Limit, bevor du eines brauchst.

Die Zahlen und die Grafik dazu

Dein To-do für diese Woche: Öffne Napkin AI, kopier den Ablauf deiner Dienstleistung rein und mach eine Grafik daraus. Dauert fünf Minuten und du hast sofort etwas, das du in dein nächstes Angebot legen kannst.

Bis nächsten Freitag, Alex

P.S.: Wenn dich das Thema KI-Sichtbarkeit gepackt hat, in der KI Masterclass zeige ich dir den kompletten Workflow dahinter.

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