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KI Insider · Newsletter-Archiv

ChatGPT Ads sind jetzt in Europa buchbar

Ausgabe vom 03.09.2026 · von Alex Khan und Team

Hallo und willkommen zurück!

Ehrlich gesagt hatte ich gehofft, dass es noch ein Jahr dauert. Aber ChatGPT Ads sind jetzt auch bei uns in Europa im Selfservice buchbar, und OpenAI läuft damit auf eine Milliarde Dollar Jahresumsatz zu. Das heißt: Der Ort, an dem deine Kunden ihre Kaufentscheidung treffen, hat ab heute einen Werbeplatz. Ich zeige dir, was du damit machst, bevor deine Konkurrenz es merkt.

  • Werbung in ChatGPT: was du buchen kannst und warum ich es trotzdem noch nicht für jeden empfehle
  • ChatGPT Work loggt sich jetzt hinter Passwortschranken ein
  • Runway generiert Software, während du sie benutzt, Bild für Bild

ChatGPT Ads sind in Europa buchbar, und das ändert deine Sichtbarkeit

Die Zahlen aus dem OpenAI-Beitrag sind heftig. Weniger als 200 Tage nach dem Start liegt ChatGPT Ads bei einer Milliarde Dollar annualisiertem Umsatz, zehntausende Werbetreibende sind drauf, verfügbar in über 40 Ländern. Ab jetzt auch als Selfservice für Europa, Indien, Nahost und Nordafrika.

Warum das anders ist als Google Ads: Menschen kommen zu ChatGPT nicht mit einem Keyword, sondern mit einem Vorhaben. "Welche Buchhaltungssoftware passt zu meiner Zweipersonenagentur?" Die Anzeige erscheint also nicht neben der Suche, sondern mitten im Entscheidungsprozess. OpenAI nennt zwei Beispiele: ein E-Commerce-Kunde mit 3-fachem Return on Ad Spend über 28 Tage, ein Technologiepartner mit über 80 Prozent Neukunden im werbegetriebenen Traffic.

Meine Meinung: Für kleine Budgets ist es noch zu früh, für Neugierige genau richtig. Die Plattform hat inzwischen CPC-Gebote, Pixel, Conversions API, Produktfeeds und Custom Audiences, das ist ein erwachsenes Werbesystem. Aber Vergleichszahlen aus dem deutschen Markt gibt es praktisch keine. Wer jetzt startet, zahlt Lehrgeld und kauft sich dafür einen Wissensvorsprung.

Mein To-do für dich: Account anlegen, 200 Euro Testbudget, eine einzige Kampagne auf dein bestes Angebot. Nicht um zu skalieren, sondern um zu sehen, wie die Klickpreise in deiner Nische aussehen, solange noch fast keiner mitbietet.

Den ganzen OpenAI-Beitrag lesenAds Manager: hier starten

Und weil das die Frage ist, die mir diese Woche in jedem Gespräch gestellt wurde: Wenn deine Kunden ihre Entscheidungen künftig im Chat treffen, musst du verstehen, wie dieses Ding denkt, bevor du Geld reinsteckst. Genau das bauen wir in der KI Masterclass auf, von Prompts bis zu den Workflows, die im Alltag wirklich Zeit sparen.

ChatGPT Work kommt jetzt hinter die Passwortschranke

Das ist die Neuerung, die diese Woche in meiner Agentur die größte Diskussion ausgelöst hat: ChatGPT Work kann sich laut der Meldung bei passwortgeschützten Websites anmelden und dort arbeiten. Nicht nur öffentliche Seiten lesen, sondern eingeloggte Bereiche.

Denk kurz durch, was bei dir hinter einem Login liegt. Warenwirtschaft. Buchungssystem. Kundenportal. Analytics. Genau die Orte, an denen bisher jeder KI-Assistent stehen geblieben ist und du selbst Zahlen rausgetippt hast.

Und genau deshalb ist das kein reines Feature, sondern eine Vertrauensfrage. Ein Assistent mit Zugang zu deinen Systemen braucht Regeln: eigene Nutzer statt deiner persönlichen Zugangsdaten, Leserechte statt Schreibrechte, und einen Testbereich, in dem nichts kaputtgehen kann.

Dein Schritt diese Woche: Schreib dir drei Systeme auf, in denen du regelmäßig dieselben Zahlen abholst, und ordne sie nach Risiko. Mit dem harmlosesten fängst du an, sobald du Work im Zugriff hast. Die Details zur Meldung findest du hier.

Runway Solaris: Software, die es erst gibt, während du sie benutzt

Das ist das Merkwürdigste, was ich seit Monaten gesehen habe. Runway hat Solaris vorgestellt, ein sogenanntes Interface World Model. Es generiert die Benutzeroberfläche selbst, Bild für Bild, in Echtzeit, und reagiert dabei auf Klicks, Drags und Eingaben. Ohne Code darunter. Das Bild ist die Anwendung.

Beispiel aus dem Beitrag: ein virtueller Kleiderladen, in dem du ein Shirt von der Stange ziehst und auf ein Foto von dir legst, um es anzuprobieren. Oder ein Salat, den du baust, indem du Zutaten in die Schüssel schiebst. In einer Nutzerstudie mit 250 Teilnehmern wurde Solaris in 71 Prozent der Vergleiche als natürlicher empfunden als die programmierte Variante.

Ersetzt das jetzt Programmierer? Nein, und Runway sagt das selbst ziemlich offen: Text bleibt unzuverlässig, lange Sitzungen verlieren die Konsistenz, und eine überzeugend falsche Darstellung ist schlimmer als keine. Solaris ist noch nicht öffentlich, es läuft über Early Access.

Was das für dich heißt: Kurzfristig nichts an deinen Tools. Mittelfristig sehr viel an deiner Vorstellung davon, was eine Website ist. Ein Shop wäre dann kein festes Layout mehr, das jeder Besucher gleich sieht, sondern eine Umgebung, die sich um die Absicht des einzelnen Kunden herum aufbaut. Wenn dein Geschäft Produkte visuell erklärt, Möbel, Mode, Handwerk, Kosmetik, dann setz dich zehn Minuten hin und schau dir die Demos an. Danach denkst du anders über deine Produktseiten.

Solaris bei Runway ansehen

Mein To-do der Woche ist diesmal unbequem, aber klein: Leg dir den Ads Manager an und starte eine Testkampagne mit einem Budget, dessen Verlust dich nicht juckt. In sechs Monaten weiß jeder, was ein Klick in ChatGPT kostet. Du weißt es dann schon aus eigener Erfahrung.

Bis nächsten Freitag, Alex

P.S.: Wenn du vorher verstehen willst, wie deine Kunden ChatGPT tatsächlich für Entscheidungen nutzen, hol dir die KI Masterclass. Das ist die Grundlage für alles, was danach kommt.

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