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😳 Darum lügt ChatGPT

Ausgabe vom 12.09.2025 · von Alex Khan und Team

Hallo und herzlich willkommen zur 118. Ausgabe des ChatGPT Insiders!

Nach den intensiven Tagen mit Tony Robbins in Köln stand diese Woche bei mir ganz im Zeichen des Aufarbeitens. Dank meines großartigen Teams konnte ich mir die Zeit nehmen, die vielen Eindrücke zu sortieren und zu reflektieren.

Trotzdem habe ich natürlich auch in dieser Woche wieder spannende ChatGPT Insights für dich vorbereitet, die ich dir nicht vorenthalten möchte:

  • Darum lügt ChatGPT
  • Mitschuld an Suizid: Eltern verklagen OpenAI
  • OpenAI in Kontakt mit Behörden
  • OpenAI erwartet Verluste von 115 Milliarden Dollar
  • OpenAI will Berufseinsteiger unterstützen
  • ChatGPT Schmankerl der Woche:
  • Kleines Update mit großer Wirkung
  • KI Tool der Woche: HeyGen!

Darum lügt ChatGPT

Alle Sprachmodelle haben eigentlich das gleiche Problem:

Sie lügen. Erfundene Fakten, falsche Quellen, ausgedachte Zitate. Diese sogenannten Halluzinationen sind bislang ein großes Problem.

Doch OpenAI-Forscher haben nun eine spannende Erklärung und einen Lösungsansatz veröffentlicht.

Die Ursache: Aktuelle Tests belohnen Raten und bestrafen ehrliche Unsicherheit. Das bedeutet: Modelle wirken zuverlässiger, wenn sie immer eine Antwort geben – selbst wenn diese falsch ist.

Die Lösung: OpenAI schlägt einen Paradigmenwechsel vor:

  • Fehler, die mit voller Selbstsicherheit gemacht werden, sollen stärker bestraft werden.
  • Modelle, die Unsicherheit transparent kennzeichnen oder auf eine Antwort verzichten, sollen belohnt werden.

KI-Systeme könnten künftig also lernen, vorsichtiger und ehrlicher mit ihrem „Wissen" umzugehen. Das heißt, sie raten weniger und sich dadurch verlässlicher.

Ein Beispiel aus dem Paper zeigt: Ein Modell, das oft keine Antwort gab, lag nur in 26 % seiner Antworten falsch. Ein Modell, das immer antwortete, halluzinierte dagegen in 75 % der Fälle.

Ich kann nur für mich sprechen, aber mir wäre definitiv ein Modell lieber, dass auch mal die Aussage verweigert anstelle der ständigen Halluzinationen.

Wie siehst du das?

Mitschuld an Suizid: Eltern verklagen OpenAI

In den USA sorgt ein tragischer Fall für Aufsehen: Ein 16-jähriger Junge aus Kalifornien hat sich das Leben genommen. Seine Eltern verklagen nun OpenAI und CEO Sam Altman.

Laut den Chatprotokollen soll ChatGPT nicht nur einen Abschiedsbrief angeboten, sondern auch Methoden zur Selbsttötung beschrieben haben, anstatt auf Hilfsangebote zu verweisen.

Die Eltern werfen OpenAI mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vor und fordern Schadenersatz sowie verbindliche Maßnahmen. Das Unternehmen bezeichnete den Vorfall als „herzzerreißend" und kündigte einen Eltern-Modus an, der Jugendliche besser schützen soll. Dieser soll es ermöglichen, Gespräche stärker zu überwachen und problematische Inhalte schneller zu erkennen.

Der Fall reiht sich in ähnliche Klagen gegen KI-Anbieter wie Character.ai ein und verschärft die Debatte über Verantwortung und Sicherheit im Umgang mit KI-Systemen.

OpenAI in Kontakt mit Behörden

Nach dem obigen Vorfall hat OpenAI neue Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. In einem Blogbeitrag macht das Unternehmen deutlich, dass Unterhaltungen mit ChatGPT nicht immer privat sind.

Konkret heißt es: Wenn Nutzer im Chat äußern, dass sie anderen Schaden zufügen wollen, werden die Gespräche automatisch an spezielle Prüfteams weitergeleitet.

Diese Teams sind geschult, können Konten sperren und leiten Fälle akuter Gefahr sogar an Strafverfolgungsbehörden weiter.

Offene Fragen bleiben jedoch: Werden tatsächlich alle Gespräche – auch die von zahlenden Abonnenten – überprüft? Und an welche Behörden geht die Information: an die am Wohnort der Nutzer oder an die US-Behörden am Sitz von OpenAI?

Anders sieht es bei Fällen von Selbstverletzung aus. Hier erklärt OpenAI, dass solche Unterhaltungen nicht an Behörden weitergeleitet werden, um die Privatsphäre der Betroffenen zu schützen.

Stattdessen soll ChatGPT Hilfsangebote anzeigen und in eine unterstützende Richtung lenken. Gleichzeitig räumt das Unternehmen ein, dass die Systeme noch Lücken haben: Bei langen Gesprächen kann es passieren, dass ChatGPT zunächst korrekt reagiert, aber irgendwann die Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr konsequent einhält.

Die Botschaft ist klar: OpenAI möchte die Sicherheit seiner Nutzer verbessern. Für Nutzer bleibt die Frage, wie viel Vertraulichkeit im Austausch mit KI-Assistenten tatsächlich gewährleistet ist.

Wie siehst du das? Besser stärkere Kontrollen oder mehr "Privatsphäre"?

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OpenAI will Berufseinsteiger unterstützen

Der Einstieg ins Berufsleben wird für junge Menschen durch den Einsatz von KI zunehmend schwieriger. Eine aktuelle Stepstone-Analyse zeigt: Im ersten Quartal 2025 lag die Zahl ausgeschriebener Einstiegspositionen ganze 45 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Viele Berufseinsteiger fürchten deshalb, gar keinen Job mehr zu finden.

Ausgerechnet OpenAI, das mit ChatGPT selbst massiv zum Umbruch des Arbeitsmarkts beiträgt, will nun gegensteuern.

Das Unternehmen kündigt für kommendes Jahr eine eigene Jobplattform an. Unter dem Titel „OpenAI Jobs Platform" soll sie Bewerbern und Unternehmen mithilfe von KI gezielt zusammenbringen und tritt damit in direkte Konkurrenz zu LinkedIn oder Stepstone.

Parallel dazu startet OpenAI das Programm „OpenAI Certifications", mit dem Arbeitnehmer:innen praxisnah für neue Berufsbilder im KI-Bereich geschult werden sollen.

Im Fokus stehen dabei neue Berufsbilder wie Prompt Engineering oder KI-gestütztes Projektmanagement.

Für Sam Altman ist die Botschaft klar: Trotz aller Disruptionen soll KI langfristig mehr Chancen schaffen, als sie nimmt. Er verspricht sogar, dass Hochschulabsolventen in Zukunft mit „astronomischen Gehältern" rechnen dürfen.

Ob sich diese Vision erfüllt, bleibt offen. Doch fest steht, dass OpenAI die Gestaltung der Arbeitswelt aktiv in die Hand nehmen will.

ChatGPT Schmankerl der Woche:

OpenAI wagt sich in die Filmwelt: Gemeinsam mit Partnern arbeitet das Unternehmen an „Critterz", einem animierten Spielfilm, der fast vollständig mithilfe generativer KI entsteht.

Ziel ist es, den Film in nur neun Monaten fertigzustellen bei einem Budget von unter 30 Millionen US-Dollar.

Zum Vergleich: Klassische Animationsfilme benötigen meist rund drei Jahre Produktionszeit und kosten ein Vielfaches.

Premiere soll 2026 bei den Filmfestspielen in Cannes gefeiert werden.

Warum ist das bemerkenswert? Bisher wurde KI in Hollywood eher im Hintergrund genutzt, etwa für visuelle Effekte oder Drehbuchideen. „Critterz" ist jedoch das erste große Projekt, das offen als KI-getrieben vermarktet wird.

Sollte der Film sowohl im Budgetrahmen bleiben als auch das Publikum überzeugen, könnte er einen Umbruch in der Animationsbranche einläuten.

Hier gibt es einen ersten Einblick.

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Kleines Update mit großer Wirkung

OpenAI hat still und leise eines der am häufigsten gewünschten Features in ChatGPT ausgerollt: Conversation Branching. Mit dieser neuen Funktion können Nutzer innerhalb eines Chats verschiedene Richtungen einschlagen, ohne den ursprünglichen Gesprächsverlauf zu verlieren.

Bisher war es nötig, eine Unterhaltung manuell zu kopieren oder ganz neu zu starten, wenn man ein anderes Szenario oder eine neue Idee ausprobieren wollte. Mit Conversation Branching genügt nun ein Klick, um einen alternativen Verlauf anzulegen. So lassen sich verschiedene Ansätze parallel testen – etwa Produktvergleiche oder kreative Schreibvarianten –, ohne den roten Faden zu verlieren.

Das Update steht ab sofort allen Nutzer:innen offen, unabhängig von der Abo-Stufe, allerdings nur, wenn man eingeloggt ist.

KI Tool der Woche: HeyGen!

Mein Tool der Woche ist dieses mal HeyGen. Genauer gesagt die Avatare.

Damit kannst du in wenigen Klicks digitale Charaktere erstellen, die nicht nur realistisch aussehen, sondern auch sprechen. Ob Foto-, Video- oder KI-generierte Avatare – die Plattform bietet eine große Auswahl an Vorlagen, die du individuell anpassen kannst.

Einsatzmöglichkeiten:

  • Erstelle Avatar-Videos für Social Media, Content oder Ads
  • Nutze sie für Branding und personalisierte Marketingbotschaften
  • Produziere Content schnell und kosteneffizient – auch ohne Kamera oder Sprecher:innen

Der Einstieg ist kostenlos und ideal, um erste Tests zu machen. Besonders spannend: Die Avatare wirken mittlerweile so realistisch, dass sie auch in professionellen Kampagnen eingesetzt werden können.

In meinen Augen also definitiv einen Versuch wert.

Video ansehen

Damit sind wir auch schon wieder am Ende meines ChatGPT Insiders angelangt.

Bis spätestens nächste Woche

Liebe Grüße

Alex

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