Images 2.5 ist da: zeichne statt zu tippen
Hallo und willkommen zurück!
Ich habe diese Woche in einem Workshop etwas erlebt, das mich mehr überrascht hat als jede Ankündigung: Eine Teilnehmerin, Fotografin, hat zum ersten Mal eine Skizze in ChatGPT gekritzelt statt einen Prompt zu tippen. Drei Striche, ein Kringel, fertig. Das Ergebnis war besser als alles, was sie vorher in zwanzig Minuten Prompt-Feilen rausgeholt hatte. Genau darum geht es heute: um zwei Dinge, die du in den nächsten fünf Minuten selbst testen kannst, und um einen Agenten, der dir Kinotickets kauft.
- Zeichnen statt tippen: der schnellste Weg zu einem Bild, das wirklich passt
- Warum dein neues KI-Modell nicht mehr der Engpass ist (du bist es)
- Meta baut den ersten KI-Agenten fürs Leben, nicht für die Arbeit
- Der Aktienkurs, der dir zeigt, wohin die Reise geht
Images 2.5: Zeichne dein Briefing, statt es zu beschreiben
OpenAI hat sein Bildmodell aktualisiert, und das Update ist unspektakulär gut. Natürlicheres Licht, mehr Textur, bis zu 50 Prozent schnellere Generierung als bei Images 2.0. In der API gibt es Flare für den Alltag und Sunburst für Kampagnen und Produktbilder. Beide kosten in hoher Qualität rund 5 Cent pro Bild.
Wir haben alt gegen neu antreten lassen. Gleicher Prompt, gleiche Qualitätsstufe: ein Handwerker mit Tablet in seiner Werkstatt, Morgenlicht. Image 2 liefert ein sauberes Stockfoto. Flare und Sunburst liefern Sägespäne, Holzmaserung, Hauttextur und Licht, das aussieht, als käme es wirklich durchs Fenster. Bei uns waren die neuen Modelle 4 bis 6 mal schneller.
Der ehrlich spannendste Teil ist aber nicht das Modell, sondern die zwei neuen Funktionen in der App. Sketch lässt dich direkt im Chat zeichnen, tippe einfach "@Sketch". Und du kannst Kommentare direkt aufs Bild setzen: Bereich markieren, "hier das Logo größer" schreiben, fertig. Das Modell ändert dann wirklich nur das, statt dir ein komplett neues Bild vorzusetzen.
Mein Take: kein Umbruch, weil das alte Modell schon sehr gut war. Für alles, was präzise sein muss, sind wir ab jetzt komplett bei Sunburst. Flare wird bei Details zu grob.
Dein Test für heute: Nimm ein Produktfoto aus deinem Shop, kritzel in Sketch grob hin, wie das Motiv aussehen soll, und lade dein Foto als Referenz dazu.
→ Sketch direkt öffnen → Alle Details bei OpenAI
Wenn du beim Thema Bild und Video ohnehin gerade Blut geleckt hast: In meinem Special Effects mit KI Kurs zeige ich dir, wie aus solchen Einzelbildern Szenen werden, die deine Konkurrenz mit einer Agentur bezahlen müsste.
Astra: Das Modell ist nicht mehr der Engpass, du bist es
Über den Launch haben wir letzte Woche geschrieben, deshalb heute die Frage, die wirklich zählt: Was ändert Astra an deinem Schreibtisch?
Der Satz aus OpenAIs eigenem Post ist der entscheidende: Alles, was du an einem Computer tun kannst, kann Astra für dich tun. Formulare ausfüllen, Kundendatensätze im CRM aktualisieren, den Kalender organisieren, recherchieren und den Bericht direkt in deinem Dokumenteditor entwerfen. In OpenAIs eigenen Messungen schafft es die gleiche Arbeit in rund 47 Prozent weniger Zeit als der Vorgänger.
Und jetzt der Punkt, an dem die meisten Geld liegen lassen. Wer Astra fragt "hilf mir mal bei diesem Bericht", bekommt einen besseren Text und sonst nichts. Wer den kompletten Auftrag abgibt, also Quellen öffnen, Zahlen ziehen, Bericht bauen, im Zielsystem ablegen, bekommt das, wofür das Modell gebaut wurde.
Mein Maßstab ist nicht der Benchmark, sondern die Nacharbeit. Du kennst diese Sorte Ergebnis: erst beeindruckend, dann schiebst du eine Stunde lang Dinge zurecht. In unseren ersten Tests kommt Astra dem "passt zu 95 Prozent" näher als alles davor.
Deshalb mein Vorschlag: Hol deine gescheiterten Ideen raus. Den kleinen Angebotsrechner. Die Auswertung, bei der das Modell immer den Faden verlor. Das interne Tool, das nach dem dritten Änderungswunsch auseinanderfiel. Gib Astra die alten Dateien, den alten Versuch und eine Erklärung, wo es damals gegen die Wand lief. Das ist der ehrlichste Test dieser Woche. Arbeite dabei wie mit einem brillanten neuen Mitarbeiter, den du noch nicht lange kennst.
→ Was Astra laut OpenAI konkret kann
Meta Muse: der Agent für alle, die nie einen aufsetzen würden
Und dann kommt Meta und baut den ersten KI-Agenten, der nicht auf deine Arbeit zielt, sondern auf dein Leben.
Muse verbindet sich mit Mail, Kalender, Shopping, Bezahlung und Smart Home und erledigt Aufgaben für dich. Kinotickets kaufen. Wochenendtrip planen. Tennisstunde buchen. Aus dem gespeicherten Rezept-Reel auf Instagram wird die Einkaufsliste. Jeder Nutzer bekommt dafür einen eigenen abgeschotteten Rechner in Metas Cloud, der weiterarbeitet, wenn du die App zumachst. Bezahlt wird über Stripe Link mit Einmal-Kartennummern, deine echte Karte sieht Muse nie.
Das Cleverste daran ist die Oberfläche: Es sieht aus wie ein Messenger, nicht wie ein leerer Prompt-Bildschirm. Und weil WhatsApp Meta gehört, läuft es dort direkt. Kein Terminal, kein API-Key, kein Setup-Video von mir. Genau deshalb glaube ich, dass Muse für viele der erste Agent wird, den sie wirklich benutzen.
Was mich stutzig macht: Laut Metas eigenem Sicherheitsbeitrag läuft die Trennung zwischen Muse und den Werbesystemen heute über Richtlinien, nicht über Technik. Die verschlüsselte Variante, bei der nur du den Schlüssel hast, kommt "später dieses Jahr". Ich verurteile Werbemodelle nicht, ich liebe Meta Ads als Marketer. Aber ein persönlicher Newsfeed im Agenten ist eine Werbefläche, die zu gut ist, um sie liegen zu lassen.
Die Börse sieht das übrigens genauso: Nach der Ankündigung stieg die Meta-Aktie um sechs bis sieben Prozent auf ein Zweimonatshoch von rund 646 bis 658 Dollar. Erstmals gibt es ein Meta-Produkt mit direkten Abo-Einnahmen, kostenlos für die meisten, 20 Dollar für Power-User, 100 für ganz viel Rechenleistung.
Der Haken für dich: Muse gibt es bisher nur in den USA. Was du trotzdem jetzt tun kannst? Schreib eine Liste mit fünf privaten Aufgaben, die du jede Woche selbst klickst. Wenn diese Agenten hier ankommen, willst du nicht erst überlegen, was du abgeben würdest.
Mein To-Do der Woche für dich, und es dauert wirklich nur fünf Minuten: Öffne ChatGPT, tippe "@Sketch", zeichne dein nächstes Werbebild mit drei Strichen hin und lass es bauen. Du wirst nie wieder freiwillig einen Bildprompt in Romanlänge tippen.
Bis nächsten Freitag, Alex
P.S.: Wenn dich das Bildthema gepackt hat, schau in den Special Effects mit KI Kurs. Da machen wir aus einem guten Einzelbild eine Szene, die verkauft.
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