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ChatGPT · 8 Min. Lesezeit

ChatGPT Ads: was der neue Werbekanal wirklich bringt

ChatGPT Ads sind der erste komplett neue Werbekanal seit Jahren. Ich habe selbst getestet und zeige dir echte CTRs, CPCs, das ehrliche Conversion-Ergebnis und wie du sinnvoll startest.

Porträt von Alex Khan
Alex KhanGründer Attractive Media, über 15 Jahren Agenturerfahrung

ChatGPT Ads sind der erste wirklich neue Werbekanal seit dem Start von TikTok Ads. Kein weiteres Placement im Meta-Kosmos, kein neues Format bei Google, sondern ein eigener Ort, an dem Millionen Menschen jeden Tag Fragen stellen. Ich habe nicht gewartet, bis ein Case-Study-PDF durch LinkedIn wandert, sondern selbst Geld reingesteckt. In diesem Beitrag bekommst du meine echten Zahlen, eine nüchterne Einordnung und einen Plan, wie du startest, ohne Budget zu verbrennen.

Was sind ChatGPT Ads eigentlich?

Ads sind bezahlte Werbeplätze. Du zahlst dafür, dass deine Botschaft dort auftaucht, wo Menschen ohnehin schon Aufmerksamkeit haben. Bei ChatGPT Ads passiert das im Chat: Nutzer stellen eine Frage, bekommen ihre Antwort und sehen dazu gekennzeichnete Werbung, die thematisch zur Konversation passt.

Drei Dinge machen den Kanal besonders:

  • Der Kontext ist eine Absicht, nicht ein Interesse. Wer nach der besten Buchhaltungssoftware für Freelancer fragt, ist näher an einer Entscheidung als jemand, der ein Reel zu dem Thema anschaut.
  • Die Umgebung ist textlastig und ruhig. Kein endloser Feed, kein Ton, keine Ablenkung durch drei weitere Anzeigen daneben.
  • Der Wettbewerb ist noch dünn. Viele Branchen haben schlicht noch keine Anzeige im Kanal, entsprechend sind die Preise gerade angenehm.

OpenAI beschreibt Aufbau, Formate und Regeln auf der offiziellen Seite zu Werbung in ChatGPT. Dort steht auch, welche Kategorien ausgeschlossen sind. Lies das einmal komplett, bevor du dein erstes Creative baust, sonst wartest du zwei Tage auf eine Ablehnung.

Kann man bei ChatGPT Werbung schalten und wie startest du?

Ja, das geht. Der Ablauf ähnelt dem, was du von Google Ads oder Meta kennst, ist aber deutlich schlanker.

1. Werbekonto anlegen und verifizieren. Firmendaten, Zahlungsmittel, Domain-Nachweis.
2. Kampagnenziel wählen. Am Anfang ist Traffic der ehrlichste Start, weil du erst Daten brauchst.
3. Zielgruppe und Themen definieren. Du steuerst nicht über Hashtags oder Lookalikes, sondern über Themen und Absichten.
4. Anzeigen bauen. Rechne mit kurzen Headlines, einer klaren Beschreibung, einem Bild und einer Landingpage.
5. Budget und Gebot setzen. Ein Tagesbudget, mit dem du drei Wochen laufen kannst, ohne nervös zu werden.
6. Freigabe abwarten. Bei mir dauerte es gut 48 Stunden, bis die Anzeigen live waren.

Wichtig: Deine Anzeige wird als Werbung gekennzeichnet, und das ist gut so. Für Plattformen dieser Größe gelten in der EU strenge Transparenzpflichten, unter anderem aus dem Digital Services Act. Wer versucht, Anzeigen wie neutrale Empfehlungen aussehen zu lassen, hat den Kanal nicht verstanden und fliegt schnell raus.

Was meine ersten ChatGPT Ads gekostet haben

Jetzt zu den Zahlen. Bevor wir das für Agenturkunden ausrollen, teste ich immer erst mit eigenem Geld. Nach gut 48 Stunden Wartezeit gingen meine Anzeigen live, und das kam nach den ersten Tagen dabei heraus:

ChatGPT Ads Ergebnisse: CTR, Klickpreis und CPM der drei getesteten Anzeigen
  • Durchschnittliche CTR: 2,94 Prozent
  • Beste Anzeige: 3,39 Prozent CTR
  • Schlechteste Anzeige: 0,75 Prozent CTR
  • CPM: zwischen 11,54 Euro und 33,12 Euro
  • CPC: zwischen 0,80 Euro und 1,53 Euro
  • Conversions: 3, zu 85,84 Euro pro Lead

Quelle: ChatGPT-Ads-Manager in Attractive Accounts.

Ehrlich gemischt, aber nicht ernüchternd. Über zwei Prozent CTR sind im Search-Umfeld ein gutes Ergebnis, und die ersten drei Conversions beantworten die Frage, die bei jedem neuen Kanal zuerst kommt: Kommt hinten überhaupt etwas raus.

Wie ist eine CTR von 2,94 Prozent einzuordnen?

Gut. Im Search-Umfeld gelten je nach Branche ein bis drei Prozent als normal, im Display-Bereich liegst du oft unter 0,5 Prozent. Eine durchschnittliche CTR von 2,94 Prozent zeigt: Die Anzeigen passen zum Kontext, Menschen sind neugierig und der Kanal ist noch nicht blind geklickt.

Spannender als der Durchschnitt ist der Abstand zwischen den drei Anzeigen. Die beste kam auf 3,39 Prozent, die schlechteste auf 0,75 Prozent. Das ist Faktor viereinhalb, bei gleichem Konto, gleichem Thema, gleichem Budget und identischem Text. Unterschiedlich war nur das Bild. Dasselbe Bild entscheidet auch über den Preis: der Klickpreis lag zwischen 0,80 und 1,53 Euro, der Tausenderpreis zwischen 11,54 und 33,12 Euro. Wer mit einer einzigen Anzeige startet, weiß hinterher nicht, woran es lag.

Was sagen die ersten drei Conversions?

Drei Leads zu 85,84 Euro. Das ist die wichtigste Zahl im ganzen Test, weil sie zeigt, dass die Kette funktioniert: Anzeige, Klick, Landingpage, Formular.

Einordnen muss man sie trotzdem. Drei Conversions sind keine Statistik, sondern ein Beweis. Was ein Lead wirklich kostet, sagt erst die zweite Phase mit mehr Volumen. Und ob 85,84 Euro gut sind, entscheidet allein dein Deckungsbeitrag: bei einem Angebot für 300 Euro ist das zu teuer, bei einem Kunden mit 5.000 Euro Jahreswert ein sehr guter Preis. Eine Einschränkung bleibt: Neue Kanäle haben neue Referrer und wackelige Attribution. Es kann also sein, dass mehr angekommen ist als gemessen wurde.

Meine Konsequenz: Der Kanal ist als Lernbudget interessant, nicht als Ersatz für funktionierende Performance-Kampagnen. Wer jetzt sein Meta-Budget umschichtet, handelt aus Aufregung, nicht aus Daten.

Für wen lohnen sich ChatGPT Ads jetzt schon?

Es lohnt sich für dich, wenn mindestens zwei dieser Punkte zutreffen:

  • Du hast ein erklärungsbedürftiges Produkt, nach dem Menschen aktiv recherchieren.
  • Du kannst mit langen Entscheidungswegen leben und misst mit Lead statt Sofortkauf.
  • Du hast Budget übrig, das du wirklich als Lerninvestment verbuchen kannst.
  • Du bist in einer Nische, in der Google-Klicks absurd teuer geworden sind.

Es lohnt sich noch nicht, wenn dein Geschäft an einem stabilen ROAS hängt, dein Tracking wackelig ist oder du monatlich weniger als ein paar Hundert Euro Testbudget bewegen kannst. Dann warte drei bis sechs Monate und lies die Cases der Leute, die jetzt bezahlen. Ich zum Beispiel.

Wie baust du Anzeigen, die im Chat funktionieren?

Der größte Fehler: Meta-Creatives recyceln. Im Feed unterbrichst du, im Chat antwortest du. Das ist ein anderer Job.

Was bei mir besser lief:

  • Konkrete Nutzenversprechen statt Markenlyrik. Nenne das Ergebnis, nicht die Vision.
  • Sprache, die zur Frage passt. Wenn der Nutzer nach einem Vergleich fragt, gewinnt eine Anzeige, die vergleicht.
  • Zahlen und Details statt Adjektive. Preis, Dauer, Umfang. Vertrauen kommt aus Präzision.
  • Landingpage, die dieselbe Frage weiterführt. Wer im Chat gelernt hat, will auf der Seite nicht bei Null anfangen.
  • Mindestens fünf Varianten pro Kampagne. Bei Faktor viereinhalb Unterschied in der CTR ist Testen kein Luxus.

Für die Bildseite kannst du dir viel Zeit sparen, wenn du Motive direkt generierst. Wie das ohne Plastik-Look funktioniert, habe ich in ChatGPT Bilder erstellen: die ehrliche Anleitung für Marketing und Social Media aufgeschrieben.

Was ChatGPT Ads für deine organische Sichtbarkeit bedeuten

Hier wird es strategisch wichtig. Wenn Werbung in ChatGPT normal wird, verschiebt sich auch der organische Teil: Menschen suchen weniger auf Google und lassen sich stattdessen im Chat Empfehlungen geben. Ob du dort genannt wirst, entscheidet nicht dein Anzeigenbudget, sondern wie gut deine Inhalte, Bewertungen und Erwähnungen im Netz maschinenlesbar sind.

Mein Rat: Behandle bezahlte und organische Präsenz in KI-Systemen als ein Projekt. Wie du die organische Seite angehst, steht in AIRO: So wirst du von KI-Systemen empfohlen. Und wenn du parallel Reichweite über Social kaufst, hilft dir die Basisarbeit aus Mehr Follower durch Werbung, weil dieselben Regeln für Angebot und Zielgruppe gelten.

Welches Budget und welchen Zeitraum solltest du einplanen?

Ein realistischer Testrahmen für den Start:

  • Laufzeit: mindestens 21 Tage, damit Freigabe, Lernphase und Optimierung Platz haben.
  • Budget: so viel, dass du bei CPCs zwischen 0,80 und 1,53 Euro auf mehrere Hundert Klicks kommst.
  • Aufbau: eine Kampagne, ein Thema, fünf bis sechs Anzeigen.
  • Messung: Klicks und CTR in Woche eins, Leads ab Woche zwei, Umsatz erst danach.
  • Entscheidung: nach 21 Tagen skalieren, umbauen oder pausieren. Kein Bauchgefühl.

Dokumentiere alles. In einem neuen Kanal ist dein eigenes Testprotokoll wertvoller als jede Benchmark-Liste, die durch Newsletter wandert. Details zu Abrechnung, Freigaben und Richtlinien findest du jeweils aktuell im OpenAI Help Center.

Fazit: früh dabei sein, aber nüchtern bleiben

ChatGPT Ads sind aktuell der spannendste neue Werbekanal, weil ein komplett neuer Ort für Aufmerksamkeit entsteht. Meine ersten Zahlen sind ehrlich gemischt und trotzdem ermutigend: 2,94 Prozent durchschnittliche CTR, Klickpreise zwischen 0,80 und 1,53 Euro und die ersten drei Conversions zu 85,84 Euro pro Lead. Das ist kein Kanal, der schon skaliert, aber einer, der nachweislich liefert.

Die richtige Haltung ist also nicht Euphorie und nicht Abwarten, sondern ein kleines, sauber gemessenes Testbudget. Wer jetzt lernt, wie Anzeigen im Chat wirken, hat in zwölf Monaten einen Vorsprung, den kein Tool und keine Agentur nachkaufen kann. Und wenn du testest: Schreib mir deine CTRs, CPCs und Conversions. Aus vielen kleinen Tests entsteht das Wissen, das noch niemand hat.

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Häufige Fragen

Kann man bei ChatGPT Werbung schalten?

Ja. Du legst ein Werbekonto an, wählst Ziel, Themen und Budget, lädst Anzeigentexte und Bilder hoch und wartest die Freigabe ab. Bei mir dauerte die Prüfung gut 48 Stunden. Anzeigen werden im Chat sichtbar als Werbung gekennzeichnet und dürfen nicht wie ein neutraler Antworttext auftreten.

Was bringt das ChatGPT Abo?

Ein bezahltes Abo gibt dir Zugriff auf die leistungsfähigeren Modelle, höhere Nutzungslimits, Bildgenerierung, Dateianalyse, eigene GPTs und je nach Tarif Team-Funktionen mit besserem Datenschutzrahmen. Für Werbetreibende relevant: Zahlende Nutzer bekommen deutlich weniger bis keine Werbung ausgespielt. Deine Anzeigen erreichen also überwiegend Menschen in den kostenlosen Zugängen. Das solltest du bei der Zielgruppenerwartung mitdenken.

Was sind Ads?

Ads ist die Kurzform für Advertisements, also bezahlte Werbeanzeigen. Du zahlst eine Plattform dafür, dass sie deine Botschaft an definierte Zielgruppen ausliefert. Abgerechnet wird meist pro Klick oder pro tausend Einblendungen. Bei ChatGPT Ads liegen die Klickpreise in meinem Test zwischen 0,80 Euro und 1,53 Euro.

Kann ChatGPT Werbevideos erstellen?

Teilweise. ChatGPT hilft dir zuverlässig bei Konzept, Hook, Skript, Shotlist und Untertiteln. Fertige Videos entstehen über Videomodelle wie Sora oder über Tools mit Avataren und Schnittautomatik. Für Anzeigen mit echtem Produkt bleibt eigenes Material der Goldstandard, weil generierte Clips schnell beliebig wirken. Nutze KI für die Menge an Varianten und deine Kamera für Glaubwürdigkeit.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Porträt von Alex Khan
Über den Autor Alex Khan

Gründer von Attractive Media, KI-Agentur in München, und von Attractive Accounts. Über 15 Jahre Agenturerfahrung mit L’Oréal, WELLA, Immowelt und Dallmayr, dazu über 200.000 Follower auf seinen Kanälen. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert. Für Teams gibt es das Wissen auch als ChatGPT-Workshop.

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