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KI-News · 4 Min. Lesezeit

Google unter Druck: Generative Engine Optimization wird Pflicht

Alphabet berichtet flache Suchumsätze und deutlich langsameres Suchwachstum, weil immer mehr Menschen Antworten direkt bei KI-Tools holen. Was das für deine Sichtbarkeit bedeutet und warum Generative Engine Optimization jetzt neben SEO gehört.

Porträt von Alex Khan
Alex KhanGründer Attractive Media, über 15 Jahren Agenturerfahrung

Google hat zum ersten Mal offen gesagt, was viele im Marketing seit Monaten ahnen: KI-Chatbots kosten Geld. Nicht nur fremde, auch die eigenen. Für dich heißt das, dass Generative Engine Optimization kein Buzzword für Konferenzbühnen mehr ist, sondern ein Posten in deiner Planung für das kommende Jahr.

Was Googles Zahlen wirklich sagen

Im Quartalsbericht von Alphabet für das dritte Quartal, über den Social Media Today berichtet, wuchs das Suchvolumen um 12 Prozent. Klingt gut, ist aber deutlich weniger als die 17 Prozent im zweiten und die 19 Prozent im ersten Quartal. Der Suchumsatz lag flach.

CEO Sundar Pichai lobte den Schwung im AI Mode und sagte, dass AI Overviews die Entdeckung und das Engagement verbessern. Später im Earnings Call wurde Anat Ashkenazi, SVP bei Google, konkreter: Das starke Wachstum der AI-Mode-Anfragen habe einen Effekt gehabt, weil die Monetarisierung im AI Mode niedriger ist. Google skaliert deshalb Werbung in AI Overviews und AI Mode auf mehr Nutzer und mehr Suchanfragen, inklusive internationaler Märkte und Multiturn-Ads in den USA.

Übersetzt: Google beschädigt mit seinen eigenen KI-Antworten sein eigenes Geschäft. Und gleichzeitig hätte die Branche Google dazu sowieso gezwungen, weil Menschen ihre Fragen zunehmend ChatGPT oder Claude stellen.

Warum Generative Engine Optimization jetzt auf deine Agenda gehört

Marketing-Team diskutiert vor Bildschirm mit KI-Suchergebnissen im Büro

Wenn selbst Google weniger klassische Suchergebnisseiten ausspielt, schrumpft die Fläche, auf der dein organisches Ergebnis überhaupt noch auftauchen kann. Der Klick auf deine Website ist nicht mehr der Normalfall, sondern die Ausnahme. Das trifft Ratgeberinhalte am härtesten, also genau das, womit die meisten Unternehmen jahrelang Reichweite aufgebaut haben.

Generative Engine Optimization bedeutet schlicht: Du optimierst nicht mehr nur auf zehn blaue Links, sondern darauf, in einer generierten Antwort genannt und zitiert zu werden. Das ist ein anderes Spiel. Ranking-Position wird zu Erwähnungshäufigkeit. Keyword-Dichte wird zu Eindeutigkeit. Backlink wird zu Nennung in Quellen, die KI-Systeme lesen. Wie unterschiedlich beides laufen kann, zeigt der Fall Platz 1 bei Google, trotzdem unsichtbar in ChatGPT sehr deutlich.

Was du in den nächsten Wochen konkret tun kannst

Person erstellt Checkliste und Content-Plan auf Laptop im Arbeitsumfeld

Erstens: Teste deine eigenen Themen. Stelle in ChatGPT und im Google AI Mode die zwanzig Fragen, die deine Kunden wirklich stellen. Notiere, wer genannt wird. Das ist dein Ausgangswert, ohne Tool und ohne Budget.

Zweitens: Schreibe Antworten, keine Textwüsten. Ein klarer Satz, der eine Frage direkt beantwortet, wird eher zitiert als ein Absatz, der sich warmläuft. Zahlen, Quellen und Datum machen dich für Modelle überprüfbar.

Drittens: Sorge für Nennungen außerhalb deiner Website. Fachmedien, Verzeichnisse, Foren, Podcasts, Social Posts. Modelle ziehen aus vielen Quellen, nicht nur aus deinem Blog. Dass aktive Marken in KI-Antworten besser abschneiden, passt zu dem, was wir in Social Media in der KI-Suche beschrieben haben.

Viertens: Plane Budget für Werbung in KI-Oberflächen ein. Google baut Ads in AI Overviews und AI Mode aus, und das wird deine Kostenstruktur verändern. Die Einordnung dazu findest du in AI Mode Ads weltweit.

Meine Haltung dazu

Ich halte wenig von Panik und noch weniger davon, SEO jetzt für tot zu erklären. Google hat immer noch gewaltige Reichweite, und 12 Prozent Wachstum sind kein Zusammenbruch. Aber der Trend zeigt in eine Richtung, und flache Umsätze bei wachsendem Volumen sind ein ehrliches Warnsignal. Wer jetzt nur weiter Keywords abarbeitet, optimiert für eine Oberfläche, die kleiner wird. Mein Rat: Behalte SEO als Basis, lege Generative Engine Optimization als zweite Ebene darüber und miss beides getrennt.

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Häufige Fragen

Was ist Generative Engine Optimization genau?

Generative Engine Optimization beschreibt die Arbeit daran, dass deine Marke in den Antworten generativer KI-Systeme wie ChatGPT, Claude oder dem Google AI Mode auftaucht und als Quelle genannt wird. Statt um eine Position in einer Ergebnisliste geht es darum, ob ein Modell deine Inhalte versteht, für verlässlich hält und in seiner Antwort aufgreift.

Ist klassisches SEO damit überflüssig?

Nein. Googles Suchvolumen ist im dritten Quartal immer noch um 12 Prozent gewachsen, nur eben langsamer als zuvor. Technisch saubere Seiten, gute Inhalte und klare Struktur zahlen auf beides ein, weil KI-Systeme ebenfalls auf indexierte Inhalte zugreifen. Richtig ist: Die Erwartung, dass Top-Rankings automatisch Traffic bringen, trägt nicht mehr.

Wie messe ich, ob ich in KI-Antworten vorkomme?

Start ohne Tool: Lege eine Liste mit den wichtigsten Fragen deiner Kunden an, stelle sie monatlich in den relevanten KI-Tools und protokolliere, ob und wie du genannt wirst. Ergänzend schaust du in deine Analytics auf Zugriffe, die von KI-Diensten kommen. Das ist kein perfektes Messsystem, aber es zeigt dir Bewegung.

Warum schadet Google sich mit KI-Antworten selbst?

Weil Anfragen im AI Mode laut Anat Ashkenazi schlechter monetarisieren als klassische Suchergebnisse. Je mehr Antworten direkt im Interface landen, desto weniger Platz bleibt für werbliche Treffer. Google reagiert darauf, indem es Werbung in AI Overviews und AI Mode auf mehr Nutzer, mehr Anfragen und weitere Märkte ausrollt.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Porträt von Alex Khan
Über den Autor Alex Khan

Gründer von Attractive Media, KI-Agentur in München, und von Attractive Accounts. Über 15 Jahre Agenturerfahrung mit L’Oréal, WELLA, Immowelt und Dallmayr, dazu über 200.000 Follower auf seinen Kanälen. Schreibt hier über das, was in echten Projekten funktioniert. Für Teams gibt es das Wissen auch als ChatGPT-Workshop.

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