Wer heute KI Bilder erstellen will, braucht kein Designstudium und kein Budget für ein Fotoshooting. Er braucht drei Dinge: das richtige Tool, einen brauchbaren Prompt und ein Auge dafür, wann ein Bild nach Marke aussieht und wann nach Baukasten. Genau darum geht es hier. Keine Toolliste zum Durchklicken, sondern der Ablauf, mit dem wir in der Agentur täglich Bilder für Kundenprojekte produzieren.
Wie kann ich ein Bild mit KI erstellen? Der Ablauf in fünf Schritten
Der Prozess ist bei allen Generatoren gleich, egal ob du ChatGPT, Midjourney oder Firefly nutzt.
1. Ziel festlegen. Wofür ist das Bild? Ein Instagram-Post braucht andere Bildsprache als ein Whitepaper-Cover. Format und Zweck bestimmen alles Weitere.
2. Tool wählen. Fotorealismus, Illustration, Produktbild oder Text im Bild sind unterschiedliche Disziplinen. Dazu unten mehr.
3. Prompt schreiben. Motiv, Stil, Licht, Perspektive, Format. Je konkreter, desto weniger Zufall.
4. Iterieren. Das erste Ergebnis ist ein Entwurf, nie das Endprodukt. Zwei bis fünf Runden sind normal.
5. Nachbearbeiten und prüfen. Zuschneiden, Farben angleichen, Details checken, Kennzeichnung klären.
Der häufigste Fehler passiert zwischen Schritt drei und vier: Leute tippen einen Halbsatz, sind enttäuscht und schließen den Tab. KI-Bildgeneratoren belohnen Präzision und Wiederholung, nicht Glück.
Welche Tools eignen sich, um KI Bilder zu erstellen?
Es gibt hunderte Generatoren, aber nur eine Handvoll, die in einem professionellen Workflow bestehen. Meine Einschätzung nach Einsatzzweck:
- ChatGPT mit Bildfunktion: der beste Einstieg. Du beschreibst im Dialog, was du willst, und korrigierst in normaler Sprache. Stark bei Text im Bild, Infografiken und schnellen Konzeptbildern. Details zum Modell findest du in der OpenAI-Dokumentation zur Bildgenerierung.
- Google Gemini mit Nano Banana: sehr stark beim Bearbeiten bestehender Bilder und beim Beibehalten von Personen und Objekten über mehrere Varianten hinweg. Welcher Assistent sonst zu dir passt, klärt ChatGPT vs. Gemini.
- Midjourney: ästhetisch immer noch die Referenz für Stimmung, Licht und Stilkonsistenz. Braucht mehr Einarbeitung, liefert dafür Bilder, die nicht nach Standard aussehen. Was heute geht, steht in unserem Überblick zu Midjourney.
- Adobe Firefly: kommerziell sauber, weil auf lizenziertem Material trainiert. Interessant für Unternehmen, die Rechtssicherheit über maximale Kreativität stellen.
- Stable Diffusion und Flux: lokal oder auf eigenen Servern nutzbar, volle Kontrolle, eigene Modelle. Wenn dich das reizt, lies unseren Beitrag zu Stable Diffusion.
- Canva: kein Spitzenmodell, aber alles an einem Ort. Bild erzeugen, Text drauf, Format exportieren, fertig.
Mein Rat für den Start: nimm ein Tool und bleib vier Wochen dabei. Toolhopping ist der Grund, warum viele nie über mittelmäßige Ergebnisse hinauskommen.
Wie schreibe ich einen Prompt, der wirklich gute KI Bilder erstellt?
Ein guter Prompt beantwortet sechs Fragen. Merke dir die Reihenfolge, dann brauchst du keine Vorlagensammlung.
1. Was ist zu sehen? Das Hauptmotiv, konkret. Nicht "eine Frau", sondern "eine Frau Mitte 40 in dunkelblauem Blazer".
2. Wo? Umgebung und Hintergrund. "Modernes Büro mit Glaswand, unscharfe Stadt dahinter".
3. Wie beleuchtet? Weiches Fensterlicht, harte Mittagssonne, Studiolicht mit Softbox.
4. Aus welcher Perspektive? Augenhöhe, Vogelperspektive, Halbnah, Detailaufnahme.
5. In welchem Stil? Dokumentarische Fotografie, Editorial, flache Vektorillustration, Aquarell.
6. In welchem Format? Hochkant 4:5 für Instagram, 9:16 für Stories, 1,91:1 für LinkedIn.
Ein fertiges Beispiel: "Dokumentarische Fotografie, Frau Mitte 40 im dunkelblauen Blazer erklärt etwas an einem Whiteboard, modernes Büro mit Glaswand, weiches Fensterlicht von links, Augenhöhe, halbnah, natürliche Hauttöne, Format 4:5."
Drei Techniken, die den Unterschied machen:
Negativ denken. Sag auch, was nicht ins Bild soll. Keine Logos, keine Schrift, keine Menschenmenge im Hintergrund.
Referenzbilder nutzen. Fast alle Tools erlauben inzwischen Bild-zu-Bild. Lade ein Foto hoch, das deiner Bildsprache entspricht, und lass den Stil übernehmen. Das führt schneller zum Ziel als jeder Textprompt.
Einen Stilbaustein festschreiben. Definiere einmal einen Satz, der deinen Look beschreibt, und häng ihn an jeden Prompt. So bleiben deine Bilder über Wochen konsistent, statt wie ein zufälliger Mix zu wirken.
Woran erkennt man schlechte KI-Bilder und wie vermeidest du sie?
Dein Publikum erkennt KI-Bilder mittlerweile in einer halben Sekunde. Und zwar an immer denselben Merkmalen: übertrieben glatte Haut, unnatürlich symmetrische Gesichter, oranger Farbstich, plakative Hochglanzoptik, Hände mit falscher Fingeranzahl, verunglückte Schrift auf Schildern und Bildschirmen.
So drückst du die Trefferquote nach unten:
- Fordere Imperfektion an: leichte Körnung, Bewegungsunschärfe, natürliche Hautstruktur, unaufgeräumter Hintergrund.
- Vermeide Nahaufnahmen von Händen, wenn du sie nicht brauchst.
- Setze Text lieber im Nachhinein in Canva oder Photoshop, statt ihn generieren zu lassen.
- Reduziere Sättigung und Kontrast in der Nachbearbeitung um ein paar Prozent.
- Prüfe jedes Bild auf drei Details, bevor es online geht: Augen, Hände, Schrift.
Und der wichtigste Punkt: Ein KI-Bild ersetzt kein echtes Gesicht. Für Teamfotos, Produktbilder und Referenzen bleibt die Kamera besser. KI ist stark bei allem, was du sonst als Stockfoto gekauft hättest.
Was gilt rechtlich, wenn Unternehmen KI Bilder erstellen?
Drei Themen musst du auf dem Schirm haben.
Urheberrecht am Ergebnis. Nach deutschem Recht schützt das Urheberrecht persönliche geistige Schöpfungen von Menschen. Ein rein von KI generiertes Bild ist in der Regel nicht urheberrechtlich geschützt. Heißt praktisch: Du darfst es nutzen, kannst aber Dritte kaum daran hindern, dasselbe Bild zu verwenden. Für Logos und Markenmotive ist das ein echtes Risiko.
Nutzungsrechte des Anbieters. Jedes Tool regelt in seinen AGB, ob du kommerziell nutzen darfst. Bei den Bezahlplänen der großen Anbieter ist das üblicherweise erlaubt, bei Gratistarifen oft nicht. Lies die Bedingungen, bevor du ein Bild in eine Anzeige packst.
Kennzeichnung. Die EU-KI-Verordnung verlangt Transparenz bei KI-generierten Inhalten, insbesondere bei Deepfakes und bei Bildern, die reale Personen oder Ereignisse darstellen. Die Transparenzpflichten greifen ab August 2026. Den Originaltext findest du bei EUR-Lex zur KI-Verordnung. Unabhängig von der Pflicht: Ein kurzer Hinweis wie "Bild mit KI erstellt" kostet dich nichts und schützt dein Vertrauen bei der Zielgruppe.
Persönlichkeits- und Markenrecht. Erkennbare reale Personen ohne Einwilligung, fremde Logos oder geschützte Figuren gehören nicht in dein Bild. Das ist unabhängig von KI schon immer so gewesen.
Wie baust du KI-Bilder in deinen Content-Workflow ein?
Einzelbilder sind nett, ein System ist besser. So gehen wir vor:
1. Bildsprache definieren. Zwei bis drei Stile, feste Farbwelt, feste Perspektiven. Alles andere wird abgelehnt.
2. Prompt-Bibliothek anlegen. Für jedes wiederkehrende Format ein Basisprompt, den du nur noch am Motiv anpasst.
3. In Batches arbeiten. Nicht ein Bild pro Tag, sondern zwanzig Bilder in einer Session. Das spart Rüstzeit und hält den Look konsistent.
4. Ablegen und benennen. Ordner nach Monat und Format, Prompt in den Dateinamen oder in eine Tabelle.
5. Freigabe und Kennzeichnung. Ein Blick von einer zweiten Person, dann raus damit.
Wer die Bilder anschließend sinnvoll einsetzen will, sollte auch die Inhalte dahinter im Griff haben. Welche Rolle Bilder in einem funktionierenden Content-Mix spielen, zeigen die drei Bausteine für guten Content.
Fazit: Bilder sind billig geworden, gute Bilder nicht
KI Bilder erstellen kostet dich heute Sekunden. Genau deshalb ist der Wettbewerbsvorteil nicht mehr die Technik, sondern dein Geschmack und deine Konsistenz. Definiere eine Bildsprache, baue dir eine Prompt-Bibliothek, arbeite in Batches und prüfe jedes Bild, bevor es rausgeht. Wer das durchzieht, hat in vier Wochen einen Look, den man wiedererkennt. Alle anderen posten austauschbare Hochglanzbilder, die niemand stoppt.
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