Kaum ein Thema im Social-Media-Marketing wird so hartnäckig falsch erzählt wie Hashtags. Die einen haben jahrelang 30 Stück unter jeden Post geklebt, die anderen erklären Hashtags für tot. Beides ist Quatsch. Hashtags sind heute kein Reichweiten-Automat mehr, sondern ein Ordnungssystem. Wer das versteht, nutzt sie gezielt und spart sich jede Menge Zeit. In diesem Beitrag bekommst du die ehrliche Antwort darauf, wie viele Hashtags sinnvoll sind, welche du nehmen solltest und wo sie wirklich noch etwas bringen.
Was ist ein Hashtag und wie funktioniert er technisch?
Ein Hashtag ist ein Schlagwort mit einem Rautezeichen davor, zum Beispiel #münchen oder #socialmediatipps. Die Plattform verwandelt das in einen klickbaren Link. Klickst du drauf, landest du in einer Sammlung aller öffentlichen Beiträge mit diesem Schlagwort.
Drei Regeln gelten überall:
- Keine Leerzeichen. #social media funktioniert nicht, #socialmedia schon.
- Keine Satzzeichen, keine Sonderzeichen. Umlaute gehen auf den großen Plattformen, Bindestriche nicht.
- Zahlen sind erlaubt, aber ein Hashtag darf nicht nur aus Zahlen bestehen.
Groß- und Kleinschreibung ist egal für die Zuordnung. Für die Lesbarkeit aber nicht: #SocialMediaMarketing liest sich deutlich besser als #socialmediamarketing, und Screenreader kommen damit besser klar. Nutze also Binnenmajuskeln, wenn ein Hashtag aus mehreren Wörtern besteht.
Das Konzept stammt ursprünglich aus Twitter-Zeiten, wo Nutzer Gespräche zu einem Thema bündeln wollten. Genau das ist bis heute die Kernfunktion: Hashtags sortieren Inhalte, sie verkaufen sie nicht.
Bringen Hashtags heute noch Reichweite?
Die kurze Antwort: weniger, als die meisten glauben, und je nach Plattform sehr unterschiedlich. Die Empfehlungssysteme haben sich verändert. Sie lesen heute Bild, Video, Ton, Text im Bild und Caption aus und entscheiden daraus, wem ein Beitrag gefallen könnte. Hashtags sind dabei nur noch ein Signal von vielen.
Auf Instagram sind Hashtags in den letzten Jahren sichtbar abgewertet worden. Die Möglichkeit, einem Hashtag zu folgen, gibt es nicht mehr. Instagram selbst erklärt in seinem Hilfebereich, dass Hashtags Inhalte thematisch einordnen, und betont an anderer Stelle immer wieder, dass Qualität und Verweildauer über die Verbreitung entscheiden. Reichweite entsteht heute vor allem über Reels, über Shares in Direktnachrichten und über die Suche.
Praktische Folge: Drei bis fünf präzise Hashtags reichen. Der Rest ist Deko. Wichtiger ist, dass dein Thema in der ersten Zeile der Caption steht, denn die Suche wertet Text aus. Wie du so eine Caption aufbaust, zeigt dir unser Leitfaden zu Instagram Captions mit der AIDA-Formel.
TikTok
Auf TikTok sind Hashtags näher an ihrer ursprünglichen Funktion geblieben. In den offiziellen Hinweisen für Creator erklärt TikTok, dass Hashtags dem System helfen, ein Video richtig einzuordnen und den passenden Zuschauern auszuspielen. Trotzdem gilt auch hier: Die ersten Sekunden des Videos entscheiden, nicht die Raute.
Sinnvoll sind drei bis fünf Hashtags, davon einer zum Format, einer zum Thema und einer zur Nische. #fyp und #viral kannst du dir sparen. Sie beschreiben nichts und sind damit für die Einordnung wertlos.
Auf LinkedIn funktionieren Hashtags als Themenfilter und tauchen in der Suche auf. Drei Stück sind die sinnvolle Obergrenze, idealerweise am Ende des Beitrags. Wer fünf Zeilen Hashtags unter einen Fachbeitrag setzt, wirkt dort schnell wie jemand, der die Plattform nicht kennt.
Die anderen Kanäle
Auf X sind Hashtags weiterhin für Live-Ereignisse nützlich, ein bis zwei genügen. Auf YouTube erscheinen die ersten drei Hashtags über dem Videotitel und helfen bei der Einordnung. Auf Pinterest sind sie nahezu bedeutungslos, dort zählen Titel, Beschreibung und Board-Name. Auf Facebook kannst du sie in den meisten Fällen weglassen.
Wie viele Hashtags sind richtig?
Vergiss die Zahl 30. Instagram lässt seit Dezember 2025 nur noch fünf Hashtags pro Beitrag oder Reel zu. Die 30 stammt aus einer Zeit, in der Hashtag-Seiten noch echte Entdeckungsorte waren. Heute gilt eine einfache Faustregel: So viele Hashtags, wie du inhaltlich begründen kannst, und keinen mehr.
Als Orientierung:
- Instagram Feed und Reels: drei bis fünf, mehr als fünf lässt Instagram nicht zu
- TikTok: drei bis fünf
- LinkedIn: ein bis drei
- YouTube: drei
- X: ein bis zwei
Wenn du für einen Post keine fünf passenden Hashtags findest, nimm drei. Ein unpassender Hashtag ist schlechter als gar keiner, weil er dein Thema verwässert und dir Zuschauer bringt, die nach zwei Sekunden weiterwischen. Genau das lesen die Systeme als Negativsignal.
Wie findest du die richtigen Hashtags?

Die wirksamste Methode ist auch die unspektakulärste: Du baust dir eine Mischung aus drei Ebenen.
Ebene 1, die Nische. Sehr spezifische Hashtags mit wenigen tausend bis einigen zehntausend Beiträgen. Beispiel für eine Physiotherapie in München: #physiotherapiemünchen. Hier ist der Wettbewerb klein und die Leute, die suchen, meinen genau dich.
Ebene 2, das Thema. Mittelgroße Hashtags zwischen hunderttausend und wenigen Millionen Beiträgen. Beispiel: #rückenschmerzen oder #faszientraining. Die ordnen deinen Inhalt thematisch ein.
Ebene 3, die Marke. Dein eigener Hashtag, etwa #praxisname oder ein Kampagnen-Hashtag. Bringt keine fremde Reichweite, aber er sammelt alles, was du und deine Kunden posten, an einem Ort.
So recherchierst du konkret:
1. Tippe deinen Themenbegriff in die Suche der jeweiligen App und schau dir die Vorschläge samt Beitragszahlen an.
2. Öffne fünf Accounts, die deine Wunschkunden bereits erreichen, und notiere ihre Hashtags.
3. Prüfe jede Hashtag-Seite kurz: Passt der Inhalt dort zu deinem? Wenn dort nur Spam liegt, lass ihn weg.
4. Lege dir drei bis fünf feste Sets an, zum Beispiel je eines pro Content-Säule, und variiere sie pro Post leicht.
Wichtiger Punkt bei den Beitragszahlen: Riesige Hashtags wie #love oder #marketing bringen dir nichts. Dein Beitrag ist dort nach drei Sekunden aus dem Sichtfeld. Je spezifischer, desto wertvoller. Wenn du tiefer in den Aufbau eines Sets einsteigen willst, findest du die Struktur in unserem Erfolgsrezept für die Hashtag-Strategie.
Die häufigsten Fehler bei Hashtags
- Immer dasselbe Set unter jeden Post. Das signalisiert den Plattformen, dass du automatisiert arbeitest, und passt inhaltlich nie zu allen Beiträgen.
- Hashtags kopieren, ohne die Seite anzusehen. Es gibt Hashtags, die zeitweise gesperrt oder von Spam überflutet sind. Einmal hinschauen genügt.
- Reichweiten-Hashtags wie #followme oder #likeforlike. Sie ziehen Bots an, nicht Kunden. Deine Engagement-Rate sinkt.
- Hashtags im Video-Text statt in der Caption. Auf TikTok und Instagram gehören sie in die Beschreibung, dort werden sie ausgelesen.
- Englische Hashtags für ein deutsches Publikum. Wenn du in Deutschland verkaufst, suchen deine Leute auf Deutsch.
- Der Glaube, Hashtags retten schwachen Content. Tun sie nicht. Sie verteilen nur, was ohnehin funktioniert.
Was bringt ein eigener Hashtag für deine Marke?
Ein eigener Hashtag ist kein Reichweiten-Werkzeug, sondern ein Sammelbecken. Er lohnt sich in drei Fällen: bei Events, bei Kampagnen mit Nutzerbeiträgen und bei Produkten, zu denen Kunden Fotos posten.
Damit er funktioniert, braucht er drei Eigenschaften. Er muss kurz sein, eindeutig und leicht zu tippen. Prüfe vor dem Start, ob der Begriff schon belegt ist, und zwar auf allen Plattformen, die du nutzt. Ein Hashtag, unter dem bereits fremde Inhalte liegen, ist für dich verbrannt. Und kommuniziere ihn aktiv: in der Bio, im Video, auf Printmaterial, in der Signatur.
Rechne nicht damit, dass Kunden ihn von selbst benutzen. Du musst sie darum bitten, am besten mit einem konkreten Anreiz, etwa einem Repost in deiner Story.
Wie sieht eine Hashtag-Routine aus, die du durchhältst?

Plane dafür einmalig 30 Minuten und danach 2 Minuten pro Post.
Schritt 1: Lege deine drei bis fünf Content-Säulen fest, also die Themen, über die du regelmäßig sprichst.
Schritt 2: Baue für jede Säule ein Set aus fünf Hashtags nach dem Drei-Ebenen-Prinzip. Speichere die Sets in einer Notiz-App.
Schritt 3: Beim Posten nimmst du das passende Set, tauschst ein bis zwei Hashtags gegen welche aus, die zu diesem konkreten Beitrag passen, und fertig.
Schritt 4: Alle drei Monate prüfst du in den Insights, über welche Quellen deine Beiträge gefunden wurden. Auf Instagram siehst du dort auch den Anteil aus der Suche und von Hashtags. Was nichts bringt, fliegt raus.
Dieser letzte Schritt ist der, den fast alle überspringen. Dabei ist er der einzige, der dir verrät, ob deine Arbeit wirkt. Wenn Hashtags bei dir unter einem Prozent der Aufrufe liegen, investierst du deine Zeit besser in Hook, Schnitt und Caption. Welche Hebel dort wirklich zählen, steht in unserem Überblick zum Instagram-Marketing-Praxisplan.
Wenn du das Ganze mit deinem Team sauber aufsetzen willst, statt es nebenbei zu probieren, ist ein Social-Media-Workshop der schnellere Weg.
Das Fazit
Hashtags sind ein kleiner Hebel, kein großer. Sie ersetzen keinen guten Einstieg, keine klare Botschaft und keine Regelmäßigkeit. Aber sie kosten dich auch fast nichts, wenn du sie einmal sauber aufsetzt. Bau dir drei bis fünf Sets, nutze drei bis fünf Hashtags pro Post, schau alle paar Monate in die Zahlen und steck die gewonnene Zeit in den Inhalt selbst. Genau dort entscheidet sich, ob dich jemand sieht.
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Kostenlos testenHäufige Fragen
Sind Hashtags noch in?
Ja, aber in einer anderen Rolle. Als Reichweiten-Trick sind sie vorbei, als Sortier- und Suchfunktion sind sie weiterhin relevant, auf TikTok und YouTube stärker als auf Instagram und Facebook. Wer heute drei präzise Hashtags setzt, macht alles richtig. Auf Instagram ist ohnehin bei fünf Schluss, 30 gehen dort nicht mehr.
Ist es der oder das Hashtag?
Beides ist korrekt. Der Duden führt für Hashtag beide Geschlechter, du kannst also der Hashtag oder das Hashtag sagen. Im deutschen Sprachgebrauch hört man der Hashtag deutlich häufiger, vermutlich weil man gedanklich beim Tag landet, also beim Schlagwort. Der Plural lautet die Hashtags.
Was bedeutet "Hashtags"?
Das Wort setzt sich aus zwei englischen Begriffen zusammen: hash für das Rautezeichen und tag für Schlagwort oder Etikett. Ein Hashtag ist also wörtlich ein Rauten-Schlagwort. Es markiert, worum es in einem Beitrag geht, und macht ihn über die Suche und Themenseiten auffindbar. Im Deutschen wird es häufig auch als Verschlagwortung beschrieben.
Was ist ein guter Hashtag?
Ein guter Hashtag beschreibt deinen Inhalt präzise, wird von deiner Zielgruppe tatsächlich gesucht und ist nicht so überlaufen, dass du darin untergehst. Praktisch heißt das: spezifisch statt allgemein, in der Sprache deiner Kunden, ohne Sonderzeichen und kurz genug, um ihn fehlerfrei zu tippen. Faustregel: Wenn du nicht erklären kannst, warum ein Hashtag unter deinem Post steht, gehört er da nicht hin.
Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.