Jahrelang war LinkedIn Analytics ein Witz. Du hast Post für Post einzeln angeklickt, Zahlen in eine Tabelle getippt und am Ende trotzdem nicht gewusst, welcher Beitrag dir eigentlich die neuen Follower gebracht hat. Das ändert sich gerade. LinkedIn rollt neue Auswertungen aus, mit einer gemeinsamen Übersicht, einer Vergleichsoption und deutlich genaueren Daten zu Followern, Saves und Sends.
Was steckt im neuen Post Performance Table?
Kernstück ist eine Tabelle, die die Leistung mehrerer Beiträge zusammenfasst. Du musst also nicht mehr jeden Post einzeln öffnen. In dieser Tabelle vergleichst du Impressions, erreichte Mitglieder, Video-Views, Watchtime, gewonnene Follower, Reaktionen, Kommentare, Reposts, Sends auf LinkedIn und Saves. Willst du einen bestimmten Beitrag genauer verstehen, wählst du ihn aus und gehst in die Detailansicht. Das Feature wird laut dem Bericht von onlinemarketing.de ab sofort ausgerollt und ist am Desktop im Bereich der Analysedaten zu Inhalten zu finden.
Dazu kommt ein neues Creator Dashboard. Es soll die Verwaltung von Inhalten erleichtern und einen Überblick über Content-Performance und verfügbare Einnahmemöglichkeiten geben. LinkedIn will es in den kommenden Wochen weltweit ausliefern, in der mobilen App erreichst du es dann über das Profilbild oben links. Erklärt hat die Neuerungen Sam Corrao Clanon, Creator Product Lead bei LinkedIn, in einem ausführlichen Beitrag auf der Plattform selbst.
Warum die Follower-Zahl pro Post alles verändert

Das ist für mich die eigentliche Nachricht. Bisher hast du gesehen, dass deine Followerzahl gestiegen ist. Du wusstest nur nicht, woher. Jetzt siehst du es pro Beitrag. Damit lässt sich zum ersten Mal sauber prüfen, welches Format tatsächlich Publikum aufbaut und welches nur Reichweite produziert, die nach zwei Tagen verpufft.
Meine Erfahrung: Das sind selten dieselben Posts. Der Beitrag mit den meisten Impressions ist oft ein Kommentar zu einem Branchenthema, der breit durchgereicht wird. Follower bringt dagegen meistens der Post, in dem du etwas zeigst, das nur du zeigen kannst. Saves und Sends sind das zweite Signal, das du ernst nehmen solltest. Wer speichert, will später wiederkommen. Wer teilt, legt seinen eigenen Ruf in deine Hände. Beides wiegt schwerer als ein Daumen hoch im Vorbeiscrollen.
Was du jetzt konkret tun solltest

Schau zuerst nach, ob die Tabelle bei dir schon da ist. Dann nimm dir deine letzten 20 bis 30 Beiträge vor und sortiere nach gewonnenen Followern. Markiere die fünf stärksten und schreib dir auf, was sie gemeinsam haben: Format, Thema, Länge, Einstieg. Danach sortierst du nach Saves und machst dasselbe. Daraus entsteht dein Plan für die nächsten Wochen, nicht aus dem Bauchgefühl.
Wichtig: Bewerte Posts nicht mehr nur nach Reichweite. Leg dir zwei bis drei Kennzahlen fest, die zu deinem Ziel passen, und bleib dabei. Wenn du Beratung verkaufst, zählen Follower und Saves mehr als Impressions. Wie du dir dafür eine belastbare Messlogik baust, haben wir in Was ist eine gute Engagement Rate? aufgeschrieben, und das Prinzip dahinter gilt auf LinkedIn genauso wie anderswo, siehe Erfolg auf Instagram messen.
Und dann das Unangenehme: Bessere Zahlen machen keinen besseren Content. Sie zeigen dir nur schneller, was nicht funktioniert. Wenn deine Beiträge austauschbar sind, siehst du das ab jetzt schwarz auf weiß. Der Hebel liegt weiter in der Substanz, also in dem, was du zu sagen hast. Eine Struktur dafür findest du in Die 3 Bausteine für guten Content. Wenn ihr das als Team sauber aufsetzen wollt, machen wir das im Social-Media-Workshop.
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Kostenlos testenHäufige Fragen
Wo finde ich den Post Performance Table?
Die Tabelle ist am Desktop im Bereich der Analysedaten zu deinen Inhalten zu finden. Sie wird nach Angaben von LinkedIn ab sofort ausgerollt, kann also je nach Konto noch ein paar Tage brauchen.
Welche Kennzahlen kann ich in den neuen LinkedIn Analytics vergleichen?
In der Tabelle stehen Impressions, erreichte Mitglieder, Video-Views, Watchtime, gewonnene Follower, Reaktionen, Kommentare, Reposts, Sends auf LinkedIn und Saves nebeneinander. Für einzelne Beiträge kannst du zusätzlich in eine Detailansicht wechseln.
Gilt das auch für Unternehmensseiten?
Die Ankündigung von LinkedIn dreht sich um das Creator Dashboard und die Analysen zu Inhalten. Ob und wann Unternehmensseiten dieselben Ansichten bekommen, ist bislang nicht bekannt, deshalb lohnt der Blick in deine eigene Ansicht statt in Zweitberichte.
Lohnt sich LinkedIn überhaupt noch für kleine Accounts?
Meine Meinung: ja, gerade jetzt. Die Plattform zählt nach eigenen Angaben mehr als 1,3 Milliarden Mitglieder und entwickelt sich sichtbar in Richtung klassischer Social-Media-Plattform, und mit Daten zu gewonnenen Followern pro Post kannst du auch mit kleiner Reichweite sehr schnell herausfinden, welches Thema bei dir zieht.
Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.